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Gerangel um AbfindungsfusionAlpiq droht Klage von Minderheitsaktionären

Der Stromkonzern will kleine Publikumsaktionäre abschütteln und ihnen dafür 70 Franken pro Aktie bezahlen. Das sei zu wenig, findet Eric Knight, der nun mit seinem Anlagefonds Knight Vinke dagegen vorgehen will.

Die Kernaktionäre des Energieunternehmens Alpiq haben vergangene Woche zwar der Abfindungsfusion zugestimmt. Dagegen aber will der Anlagefonds Knight Vinke Klage einreichen.
Die Kernaktionäre des Energieunternehmens Alpiq haben vergangene Woche zwar der Abfindungsfusion zugestimmt. Dagegen aber will der Anlagefonds Knight Vinke Klage einreichen.
Foto: Keystone/Olivier Maire

Die Kernaktionäre des Energieunternehmens Alpiq haben vergangene Woche zwar der Abfindungsfusion zugestimmt. Dagegen aber will der Anlagefonds Knight Vinke Klage einreichen, wie dessen Gründer und CEO Eric Knight sagte.

«Ja, wir werden gegen Alpiq klagen», sagte Knight klipp und klar in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» vom Mittwoch. «Wir sind gut vorbereitet, unsere Strategie steht. Wir haben die Anwälte», ergänzte er.

Man habe nun zwei Monate Zeit, um eine Klage einzureichen. «Vermutlich werden wir in dieser Zeit noch von anderen Aktionären kontaktiert werden, mit denen wir allenfalls gemeinsam agieren werden», so der CEO des Investmentfonds weiter.

Es sehe so aus, als «hätten wir fast 100 Prozent des Free Float auf unserer Seite», ergänzte er. Knight Vinke selbst halte zwischen 1 und 3 Prozent an Alpiq.

Knight stösst sich an der Abfindung der Publikumsaktionäre. Diese sollen im Rahmen des Squeeze-outs 70 Franken je Alpiq-Aktie erhalten, was vergangene Woche von den Ankeraktionären an der Generalversammlung abgesegnet wurde.

Börsengang vorgeschlagen

Das Angebot widerspiegelt seiner Ansicht nach aber nicht den vollen Wert des Unternehmens. Die Wasserkraftwerke von Alpiq würden zu den wertvollsten Anlagen der Welt zählen. «Der Wert dieser einzigarten, strategisch für die Schweiz enorm wichtigen Anlagen wird fast komplett ignoriert», sagte Knight.

Der Investor schlug dem Verwaltungsrat deshalb vor, dass das Schweizer Geschäft der Gesellschaft an die Börse gebracht werden solle. «Wenn Alpiq Suisse allein an der Börse wäre, wäre sie für Investoren enorm attraktiv. Ihre Aktien würde nicht zu einem Abschlag gegenüber dem Buchwert gehandelt, sondern zum Doppelten des Buchwerts oder noch höher», zeigte sich Knight überzeugt.

Auf seinen Vorschlag sei der Verwaltungsrat überhaupt nicht eingetreten. «Er hat keine Ambitionen für die Schweiz oder für Alpiq», sagte der Investor.

SDA/step