2016-12-05 17:47

Promis stürzen sich in den kalten Blausee

Kandergrund

Fundraising im kalten Wasser bei den Forellen: Zahlreiche Promis haben den Blausee durchschwommen. Der Erlös des ersten Blausee-Schwimmens ging an die Stiftung «Freude herrscht» von Alt-Bundesrat Adolf Ogi.

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  • Anne-Marie Günter

Adolf Ogi stand an der improvisierten Badeplattform am Blausee. Er schüttelte Hände: kalte und nasse Hände, denn er gratulierte allen 163 Schwimmerinnen und Schwimmern, die sich ins knapp 5 Grad kalte Wasser des Blausees gewagt hatten und ungefähr 30 Meter zwischen zwei mit Holzbrettern improvisierten Stegen schwammen.

Vorab in Samichlousmütze die drei Besitzer des Blausees: Alt-Nationalbank-Direktionspräsident Philipp Hildebrand, SEF-Mitgründer Peter Linder und André Lüthi, Chef der Globetrotter Travel AG.

In Grüppchen zu dritt oder zu viert stiegen dann die Schwimmer ins kalte Nass. Schnittiger Crawl oder wirbelnder Butterfly lagen nicht drin, und das Lächeln beim Aussteigen wirkte doch leicht gefroren. Gut bewacht waren die Schwimmer von zwei Tauchern, einer davon war Lüthis Bruder Manfred. «Es war kalt, aber in einem Eisloch ist es noch kälter», sagte der smarte Reiseprofi Lüthi. Er war auf dem Sprung in die Antarktis, in die er zusammen mit dem Schweizer Astronauten Claude Nicollier reist.

Zurück in die USA wird Blausee-Miteigentümer Peter Linder reisen, wo er gegenwärtig an der Stanford University Innovation studiert. Ganz praktisch auch für das Blausee-Konzept. «Es gibt bereits viele Ideen», sagte er. Für Lüthi, der die Welt wirklich kennt, ist der Blausee schlicht einer der schönsten Orte, er muss in Schweizer Händen bleiben.

Sonst nur Forellen

Angekündigt war das Schwimmen für «Tough-Cookies & Herti Siächä». Ein bisschen Gruppenzwang war manchmal dabei. «Das hätte ich lange zu hören bekommen, wenn ich gekniffen hätte», sagte Dario Wäfler auf Frutigen. Immerhin hat Kollege Gabriel Hari eine zweite Runde eingelegt und ihn begleitet. Normalerweise gehört der Blausee den Forellen. «Ich schätze, dass noch rund eine Tonne Fisch im See ist», sagte Blausee-Ranger John Wandfluh, obschon das traditionelle Aus­fischen stattgefunden hat.

Mindestens zwei Forellen haben Tanja Frieden belagert. Die Snow­boardcross-Olympiasiegerin ist Botschafterin der Stiftung «Freude herrscht» und zögerte wegen der Fische zuerst, ins Wasser zu steigen. «Kaltes Wasser ist definitiv nicht mein Element», sagte sie. Irgendeinmal melde der Körper, dass etwas nicht in Ordnung sei. Trotzdem: Sie strahlte in die Kameras, die auf der Jagd nach «Glanz & Gloria» waren.

Normalerweise, und das wird auch so bleiben, gehört der Blausee den Fischen. Während der Lauenensee, wie Ogi-Freund Urs Kunz aus Lauenen berichtete, bereits zugefroren ist, bleibt der Blausee eisfrei, weil er von unterirdischen Quellen gespeist wird. Für Adolf Ogi ists ein Märchensee.

Trotz Sonnenscheins und der Freude am Erfolg des Events: Trauer schwang manchmal in seiner Stimme mit. Sein verstorbener Sohn Mathias war als Kind gern hier. Ihm ist die Stiftung «Freude herrscht» gewidmet, und die Schwimmer trugen dazu bei, dass viele Kinder ein Sporterlebnis teilen dürfen.

Berner Oberländer