2019-03-24 17:38

«Flugscham muss gesellschaftsfähig werden»

Die Reaktionen der Leser.

«­Kerosin sofort besteuern»: Reaktion eines Lesers zum Thema der Flugscham. Foto: Keystone

«­Kerosin sofort besteuern»: Reaktion eines Lesers zum Thema der Flugscham. Foto: Keystone

Fliegst du noch, oder schämst du dich schon?
SonntagsZeitung vom 17. März 2019

Die Preise sind das eine, doch wer ernsthaft umsteigen will, nimmt auch die Zeit und Bequemlichkeit ins Blickfeld: Da wird rasch klar, dass die Bahnreise durchaus mithalten kann, sobald die Fahrt vom Zentrum ins Zentrum mitgerechnet wird. Aus der Schweiz geht das nach Nizza und Rom, genauso wie nach Paris und Brüssel, nach Hamburg und London ebenso. Und: Belohnt wird der Reisende mit schönen Landschaften und dem Weg, der so zum Ziel wird.
Markus Bösch, Romanshorn TG

Alles ist eine Frage der Zeit, wie lange hält sich der Hype wirklich? Die Reisesaison hat noch nicht begonnen und die letztjährigen Ferienpläne wurden bestimmt längst geschmiedet. Ich glaube echt nicht auf einen grossen Verzicht auf Ferien per Flugzeug, wenn es darauf ankommt, sagt sich die Mehrheit, geplant bleibt geplant. Die Schweizer sind in gar nicht die besseren Menschen, dazu von einem Tag auf den anderen? Wir tun nur so es gehört zum derzeitigen guten Ton, man will sich ja nicht schämen müssen, was wirklich gedacht und wie gehandelt wird, bleibt vor der Masse verborgen. Wer nicht fliegt, geht auf Kreuzfahrt, oder per Bus oder Auto, mit E- Bike eher weniger von Zürich nach Übersee oder Lappland, Brasilien und so weiter. Wir leben im 21. Jahrhundert des Fortschritts, also wird benutzt, was man benutzen kann, irgendwann hat man genug oder alles gesehen, dann kann man verzichten. Die Jungen, die auf die Strasse gehen müssen erst den Beweis des eigenen Verzichtens bringen, nicht nur heute, sondern über lange Zeit hindurch, dann sind sie glaubwürdiger. Wir, die Älteren, hatten gar nie die Möglichkeiten. Wir mussten nie von Verzicht reden, heute sollte ihnen der Nachholbedarf gegönnt sein. Im Übrigen, auch wenn wir die besseren Schweizer wären, können wir von keinem anderen Land erwarten, dass sie uns nachstreben. Viele möchten ohne das ewige schlechte Gewissen Freude und eine Horizonterweiterung erleben.
Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

Der Schweizer Luftverkehr verursacht weltweit den höchsten CO2 pro Kopf, noch vor den USA. In der Schweiz ist der Anteil des Luftverkehrs an den Gesamtemissionen der höchste weltweit. Nur die Hinterfragung der eigenen Reisegelüste kann die verantwortungslose Befriedigung des angeblich nachfrageorientierten Wachstumszwangs des Luftverkehrs eindämmen. Flugscham muss gesellschaftsfähig werden, um dem Flugwahn Herr zu werden.
Jean-Pierre Schiltknecht, Zollikerberg ZH

Ich finde, gerade im Bereich Kultur/Reisen könnte auch Ihre Zeitung einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten, indem Sie Alternativen zum Fliegen zeigen beziehungsweise Reisen ausschliesslich mit dem Flieger und Kreuzfahrten nicht mehr anbieten. Neben dem oben genannten Artikel wird in derselben Ausgabe eine Reise nach Gallipoli in Apulien empfohlen, die Anreise erfolgt dabei ausschliesslich mit dem Flieger von Zürich nach Brindisi. Die Alternative mit dem Zug (Zürich ab 17.10 Uhr bis Milano und weiter mit dem Nachtzug nach Brindisi, Ankunft um 08.01 Uhr) wird überhaupt nicht erwähnt. Auf derselben Seite wird von Globus eine Weltreise im Privatjet angeboten, 26 Tage, 8 Länder und 5 Kontinente. Es ist verständlich, dass Sie von solchen Anzeigen finanziell profitieren, aber ist es nicht genau das, was uns anlässlich des Klimawandels die Schamröte ins Gesicht treiben sollte? Von alternativen Anzeigen für betreffende Reisen würden Sie mittlerweile genauso profitieren.
Kornelia Helfmann, Bern

Wer will mir unter dem Gesichtspunkt einer Klimaschutzpolitik die Tatsache erklären, dass Kerosin seit Jahrzehnten von der Besteuerung ausgeschlossen wurde? Der Staat verliert Millionen Steuereinnahmen, wenn das Kerosin nicht wie alle anderen Treibstoffe besteuert wird. Hat dies vielleicht damit etwas zu tun, dass unser Staat einmal mehr vor den Wirtschaftslobbyisten einknickt?
Robert O. Renfer, Raperswilen TG

201 832'000 Tonnen CO2 freiwillig kompensiert: Keine Zahl, die stolz machen kann, und 2018 70 Prozent mehr als 2017. My­climate streut mit diesen Zahlen Sand in die Augen der LeserInnen. Die Botschaft verstehe ich so: Die SchweizerInnen sind bereit, freiwillig CO2 zu kompensieren. Es braucht keine verbindlichen Regeln, keine Kerosinabgabe. Das ist Propaganda für das Fliegen, Augenwischerei: Nicht einmal 2 Prozent der Fluggäste sind bereit, diese Kompensation freiwillig zu leisten. Also: Kerosin sofort besteuern und das Geld in Klimaprojekte investieren.
Christoph Berchtold, Wabern BE

Der volle Einsatz der Eltern zahlt sich aus
SonntagsZeitung vom 17. März 2019

Elterliche Unterstützung ja, Helikoptern nein. Aus der Forschung wissen wir, dass sich Kinder dann zu selbstsicheren Menschen entwickeln, wenn ihnen zugetraut wird, Hindernisse selbst zu bewältigen. Was geschieht nun mit denjenigen, denen jede Hürde aus dem Weg geräumt wird? Sie werden nur schwer lernen können, ihre für sie frustrierenden Emotionen auszuhalten und zu regulieren, was für die gesunde Entwicklung des Selbstwertes hinderlich ist. Ein Phänomen, welches zusehends in Schulen anzutreffen ist und unsere Lehrpersonen belastet.
Catherine Paterson, Zürich

Durch das massive Aufstocken der Unterrichtszeit fehlt die wichtige Freizeit zur Selbstentfaltung und zu ausserschulischen Kontakten. Leistungsstarke Kinder werden «bestraft», indem auch sie die Hausaufgaben in obligatorischen Extralektionen in der Schule erledigen müssen. Werden in der Volksschule nicht umgehend Korrekturen angebracht und der Unterricht den Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst, werden sich Eltern vermehrt dazu gezwungen sehen, ihre Kinder mit Homeschooling oder in Privatschulen zu unterrichten.
Andrea Geisbühler, Bäriswil BE

Ihr Artikel lässt nun endlich die Katze aus dem Sack: Was seit fast drei Jahrzehnten von einzelnen Bildungsdirektionen rücksichtslos angestrebt wird, bestätigen nun die zwei Elite-Uni-Ökonomen Doepke und Zilibotti: Schule muss sich «auszahlen», sprich rentieren, was mittels der alles besser wissenden Helikopter- und Drohneneltern geradezu garantiert wird. Folglich muss man diesen gänzlich die (Aus-) Bildung ihrer wunder hochbegabten Sprösslinge überlassen und alle Grundschulen liquidieren, samt den zur Weltfremdheit erziehenden pädagogischen Hochschulen mit ihren sogenannten Bildungswissenschaftlern. Vorteile: 100 prozentige Eigenverantwortung der Eltern und Einsparung von Milliarden zugunsten, der (auch kinderlosen) Steuerzahler. Einziger Nachteil: Wenn es schiefläuft, gäbe es keine Lehrkräfte mehr, die sie als Buhmänner mithilfe von handlangernden Anwälten mobben und verklagen könnten. Sie müssten sich selber attackieren. Hauptsache, sie bespassen sich. Abgesehen davon, will die Autorin, die den Unterschied zwischen «effektiv» (offensichtlich) und «effizient» (wirksam) wie viele ihrer Berufsgenossen nicht kennt (Seite 2, Spalte 3 unterster Absatz), nicht «effizient» mit Fremdwörtern «imprägnieren» und wird damit «effektiv» selber zu einem Fall für Ihre Rubrik «Schlagzeiten».
Walter F. Steinböck, Gondiswil BE

Der im Bericht zitierte Familientherapeut, Henri Guttman, scheint ein ziemlicher Sportmuffel zu sein. Ein Skipper ist ein Schiffsführer und kein Curler und im Curling werden mit den Besen keine Hindernisse aus dem Weg geräumt. Also wenn man eine neue Wortschöpfung kreiert: Vorher googeln, wenn man von etwas keine Ahnung hat.
Jürg Burkhard, Niederwangen BE

Bundesräte lassen sich in Dreckschleudern herumchauffieren
SonntagsZeitung vom 17. März 2019

Der genannte Artikel ist reine Stimmungsmache auf niedrigstem Niveau ganz im Sinn der heutigen politischen Strömung. Nicht alle Diesel sind Dreckschleudern. Neue Diesel sind in der «Pipeline», die weniger CO2 ausstossen als ein Hybrid-Personenwagen. Die Klimaziele können ohne Diesel gar nicht erreicht werden. Aus ihrer Sicht kommt der Strom ganz simpel aus der Steckdose. Und die umweltschädlichen Akkus von E-Autos kommen auch vom Nirgendwo. Nebenbei: Ich fahre zwei Franzosen-Diesel (2001 und 2005). Der 2001er läuft mit Additiv. Die Franzosen gaben noch nie Anlass zu Klagen. Die Anti-Dieselstimmung ist made in Germany.
Paul Renkewitz, Geroldswil ZH

Der Wirtschaftsflügel der SVP probt den Aufstand
SonntagsZeitung vom 17. März 2019

Eines ist sicher: Frau Martullo-Blocher wird ihre AHV nie brauchen, mit all den Milliarden, welche die Ems-Chemie abwirft. So kann sie natürlich auch unentschlossen auf den AHV-Deal reagieren. Aber für all die Rentner, die kaum über die Runden kommen und um jede noch so kleine AHV-Erhöhung ihrer Rente kämpfen müssen, bleiben unsere milliardenschweren Politiker ein absolutes Fragezeichen. Die Nähe zum Bürger fehlt.Der rechte Flügel in der Schweiz und somit die Milliarden werden immer das Sagen haben. Wir könnten uns eine Scheibe von den Demonstrationen der Franzosen abschneiden.
Susanne Geser, Biel BE

Gripen-Lobbyist muss gehen
SonntagsZeitung vom 17. März 2019

Der Gripen-Lobbyist Oberstleutnant Trottmann muss gehen. Damit wird endlich der Führungsanspruch von Frau Amherd im VBS bestätigt. Sie kann der Armee mit ihren bekannten Skandalen nur guttun, obwohl die internen und politischen Minenfelder gegen die CVP-Bundesrätin gelegt sind. Seit über 20 Jahren ist das VBS in SVP-Hand und ist nie aus dem Krisenmodus herausgekommen. Korporal Parmelin trat in viele Fettnäpfchen, das Hüst und Hot mit der Kampfjetabstimmung reflektiert fehlende Führung, Durchhaltewillen und Projektkonsequenz. Nun wurde er fahnenflüchtig. Mit der Durchleuchtung von Interessen und Doppelrollen von Offizieren zeigt Amherd Leadership, auch wenn die Offiziere aufgebracht sind. Frau Amherd als VBS-Chefin ist eine Chance.
Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

So wie unsere neue Bundesrätin Viola Amherd die Armee auf Lobbying durchleuchtet, sollte auch unser Parlament (Volksvertretung) auf diese Problematik überprüft werden. Leider wird das aber nie geschehen. Einzig der Souverän könnte diesbezüglich etwas bewegen. Bekanntlich stehen uns ja im Herbst dieses Jahres wichtige Wahlen bevor. Packen wir es an.
Arthur Liechti, Gümligen BE

Christchurch ist vereint – in Trauer und Abscheu
SonntagsZeitung vom 17. März 2019

Die Änderungen im neuen Waffenrecht sind minim. Einzig halb automatische oder gar automatische Waffen werden vernünftigerweise bewilligungspflichtig. Erinnern wir uns, die beiden Massaker in Christchurch waren nur dank diesen Waffen mit grossen Magazinen möglich. Neuseeland will jetzt nachträglich sein Waffengesetz anpassen. Trotz unverständlicherweise anderer Meinung der schweizerischen Offiziersgesellschaft sollten wir das auch tun.
Martin A. Liechti, Maur ZH

«Wo Frauen schlecht behandelt werden, ist die Geburtenrate hoch»
SonntagsZeitung vom 17. März 2019

Der Artikel zeigt eindrücklich, dass die Bevölkerungsexplosion auf geschätzte 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050 ein wichtiger Treiber von Umweltzerstörung, Migration und Terrorismus ist. In der Schweiz ist die Geburtenhäufigkeit der einheimischen Bevölkerung schon seit langem rückläufig. Trotzdem leben seit der Jahrtausendwende rund 1,3 Millionen Menschen mehr in der Schweiz. Grund ist vor allem die uns von der EU aufgenötigte Personenfreizügigkeit. Sie bescherte uns ein Bevölkerungswachstum wie in einem Drittweltland.
Peter Sommer, Adliswil ZH

Besten Dank für das interessante Interview mit Rainer Klingholz zu Demografie. Eine Aussage kann ich aber offen gesagt nicht mehr hören: «wir müssen länger arbeiten». Als 58-jähriger ausgewiesener Fachmann mit über 15-jähriger Erfahrung in der Geldwäschereibekämpfung suche ich seit sechs Monaten intensiv einen neuen Job und schreibe in meinen unzähligen Bewerbungen gar, dass ich wegen meines Alters einen Lohnverzicht in Kauf nehme. Die «Altersstrafe der zweiten Säule», das heisst die überproportional hohen Beiträge für ältere Arbeitnehmenden zugunsten der zweiten Säule verunmöglichen mir das Finden einer neuen Anstellung. Ich bin auch mit geringerem Salär gegenüber jungen Arbeitkräften zu teuer. Ich möchte arbeiten, man lässt mich aber nicht. Dies wohl so lange bis sich die Politik dieses Themas ernsthaft annimmt.
Charly Landry, Adliswil ZH

Dieser Spielabbruch ist auch ein Zeichen des GC-Zerfalls
SonntagsZeitung vom 17. März 2019

Sind Fussballstadien rechtsfreie Zonen? Niemand würde auf die Idee kommen, dies zu bejahen. Wird eine Petarde im Stadion gezündet, sollten jegliche Spiele sofort abgebrochen werden. Beide Mannschaften bekommen keine Punkte. Die Polizei muss endlich in die Fansektoren hinein und die fehlbaren Personen verhaften. Es braucht jetzt diese Nulltoleranz-Politik, ansonsten werden die Fussballstadien tatsächlich zu dauerhaften rechtsfreien Räumen.
Pascal Merz, Sursee LU

Ich sehe nicht ein, warum wir braven Steuerzahlerinnen und Steuerzahler den überbezahlten Profisport via Unterstützung von Stadionbau und Betrieb und Übernahme von Sicherheitskosten subventionieren sollen, vor allem, wenn wir sehen, dass sich die Hooligans immer wieder aufs Dach geben. Was soll daran von öffentlichem Interesse sein?
Alex Schneider, Küttigen AG

Staatsanwälte bestrafen auch Unschuldige
SonntagsZeitung vom 17. März 2019

Auch das Bundesgericht in Lausanne war schon vor 40 Jahren «überlastet». Deshalb wurden (und werden?) viele Fälle nur von einem Richter vollständig durchgearbeitet. Das Resultat legte er dann jeweils seinen Kollegen vor, welche den Fall kurz durchlesen mussten. Waren sie einverstanden, visierten sie ein Papier, wenn nicht, kam der Fall zur öffentlichen Verhandlung. Nun, komisch war damals, dass oft kein einziger Pressemitarbeiter an der öffentlichen Verhandlung teilnahm, aber einige Zeitungen dann doch über den Fall (unterschiedlich) berichteten. Ist das jetzt immer noch so? Je mehr Fälle vorliegen, desto tiefer die Qualität? Schaut man einzelnen Kantonsgerichten mehr «auf die Finger» als andren? Ein Problem ist sicher, dass die Bundesrichter nicht parteilos sein müssen. Es wäre an der Zeit, dem Bundesgericht mal grundsätzlich «auf die Finger zu schauen», ohne sich aber bei den Urteilen direkt einzumischen.
Richard Sieber, Rheineck SG

Bei der Credit Suisse werden Kontoüberzüge richtig teuer
SonntagsZeitung vom 17. März 2019

Das Bundesgesetz über den Konsumkredit KKG gilt auch für Überziehungskredite auf laufendem Konto (Art. 12). Gemäss Art. 14 soll der Höchstzinssatz in der Regel 15 Prozent nicht übersteigen. Gemäss Medienmitteilung des Bundesrates vom 11. Dezember 2015 wurde per 1. Juli 2016 der maximal zulässige Jahreszinssatz bei Überziehungskrediten auf 12 Prozent gesenkt. Kreditkosten von CHF 8,33 für eine Schuld von CHF 1'094 während 16 Tagen bedeuten einen vergleichbaren Jahreszins von über 17,3 Prozent. Damit ist die Wuchergrenze sehr deutlich überschritten. Oder: Die Credit Suisse hält sich nicht an Vorgaben, die für ihr Geschäft gelten.
Werner Schmidhofer, Fällanden ZH

Jedes sechste GA ist ein Schnäppchen aus dem Mitarbeiter-Shop
SonntagsZeitung vom 10. März 2019

Das Märchen vom gratis GA für pensionierte SBB Mitarbeiter stimmt einfach nicht. Wir bezahlen einen rechten Beitrag und die Vergünstigung müssen wir als Einkommen versteuern. Während 33 Jahren im Arbeitsprozess galt die Fahrvergünstigung als Lohnbestandteil, also weniger Lohn. Seit 1999 wurde die Teuerung noch nie ausgeglichen. Für die aktiven SBB Angestellten wird sich durch den Primatwechsel die künftige Pension ebenfalls verschlechtern. In der Privatwirtschaft haben viele Vergünstigungen und niemand stört sich daran.
Ursula Hungerbühler-Starke, Zürich

Das Konzept «Junge Frau»
SonntagsZeitung vom 10. März 2019

Junge Frauen sind leistungsfaule Prinzessinnen? ArbeitseinsteigerInnen sind es, die unter Bedingungen arbeiten, welche die Frauen und Herren der älteren Generation nicht einmal in Erwägung ziehen würden. Oftmals sind es wir, die jungen Menschen, und ja vor allem die jungen Frauen, welche alte Menschen pflegen, bedienen und als Assistentinnen und PraktikantInnen unentgeltlich die Arbeit abnehmen, wenn die Älteren sich lieber in das Büro zurückziehen und Kaffee trinken. Prinzessin sein? Wäre schön, wenn sich das junge Frauen und Männer einmal leisten könnten. Und ja, wir sind es auch die von den Einstiegslöhnen Renten bezahlen. Also, wer gehört hier dem Adel an? Wo, Frau Weber bleiben die Königinnen und Könige?
Noemi Laia Hegi, Bern