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Weltstar zum FC Groningen«Aus Liebe zum Club» kehrt Robben zurück

Bei seinem ersten Profiverein gibt der Champions League-Sieger von 2013 Arjen Robben sein Comeback. Ob dies gelingen wird, weiss er noch nicht.

Zurück zu den Wurzeln: Arjen Robben beendet seinen Ruhestand, um bei FC Groningen, seinem ersten Profiverein, wieder zu spielen.
Zurück zu den Wurzeln: Arjen Robben beendet seinen Ruhestand, um bei FC Groningen, seinem ersten Profiverein, wieder zu spielen.
Foto: Keystone

Liebe zum Fussball und Liebe zur Heimat: Ex-Bayern-Star Arjen Robben kehrt vor allem aus emotionalen Gründen zu seinem ersten Proficlub zurück. «Ich tue es aus Liebe zum Club», sagte der 36-jährige Flügelstürmer am Sonntag bei einer Pressekonferenz des FC Groningen zur Verkündung seines Comebacks. Für einen anderen Verein hätte er das nicht getan, fügte er hinzu.

Noch in München habe er schon vor Wochen mit dem Training begonnen, berichtete der Weltstar. Kleinere «Wehwehchen» seien inzwischen überwunden. «Ich fühle mich fit.» Nach dem Beginn der Saison der Eredivisie am 12. September hofft Robben wieder dort zu sein, «wo ich noch von Wert sein kann, und das ist immer noch auf dem Platz». Beim FC Groningen läuft der Stürmer mit der Nummer 10 auf, die er jahrelang auch beim FC Bayern trug.

In Groningen startete seine Bilderbuch-Karriere

Für den FC Groningen hatte Robben von 2000 bis 2002 in der 1. Mannschaft 46 Spiele bestritten. Beim sogenannten «Stolz des Nordens» hatte er 1996 in der Jugendakademie seine Fussball-Laufbahn begonnen. Die wegen des Coronavirus abgebrochene Saison der Eredivisie beendete Groningen auf dem neunten Platz. «Ich habe ein sehr gutes Gefühl für die Zukunft», sagte Robben zu seinen und den Chancen des Clubs.

Robben hatte bis zum vergangenen Sommer zehn Jahre beim FC Bayern gespielt und anschliessend seine Profi-Laufbahn für beendet erklärt. Von Groningen aus hatte er seine Bilderbuch-Karriere gestartet – mit Stationen bei PSV Eindhoven, Chelsea, Real Madrid und den Bayern, mit denen er 2013 die Champions League gewann.

46 Spiele bestritt Robben für Groningen. Wie viele noch dazu kommen, weiss er nicht.
46 Spiele bestritt Robben für Groningen. Wie viele noch dazu kommen, weiss er nicht.
Foto: Imago

Viele Fans reagierten in sozialen Medien begeistert auf seinen Comeback-Versuch. «Wir bekommen einen Weltklasse-Spieler in die Mannschaft», freute sich John de Jonge, der Vorsitzende des Groningen-Fanclubs. «Wir sollten seine grossartigen Aktionen in vollen Zügen geniessen.» Vor allem aber sei es wichtig, dass der Club wieder volle Stadien bekomme. «Wir müssen realistisch bleiben und dürfen nicht zu viel Druck auf ihn ausüben.»

Der FC Groningen ist, wie eine Reihe anderer niederländischer Clubs, infolge der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Nachricht von Robbens Rückkehr habe zu einem Run auf Saisontickets geführt, berichtete De Jonge.

«Ich habe nichts zu verlieren»

Robben selbst warnte vor zu hohen Erwartungen: «Vielleicht ist es in einem Monat vorbei, vielleicht auch erst in zwei Jahren. Ich gehe es positiv an. Wir machen das Beste daraus und sehen dann, wohin es führt.» Zunächst läuft sein Vertrag für ein Jahr. «Aber das kann auch ein Comeback für nur ein oder zwei Wettkämpfe werden. Ich werde niemals 34 Spiele bestreiten, das ist mir noch nie in einem Jahr gelungen. Vielleicht klappt es physisch nicht mehr, aber wenn ich es nicht probiere, werden wir das nie wissen. In meinen Augen habe ich nichts zu verlieren.»

In Groningen habe man sich zunächst gar nicht träumen lassen, dass der Star wieder im grün-weissen Trikot der Nordniederländer auflaufen wird, berichtete der Technische Direktor Mark-Jan Fledderus. Zunächst habe Robben nur mit Hinweis auf die Corona-Probleme angefragt, ob er irgendwie helfen könne. Bei einem Sushi-Essen im Mai in München habe er Robben dann zusammen mit Clubchef Wouter Gudde erklärt, dass es die beste Art zu helfen wäre, wenn er wieder bei den Groningern Fussball spielen würde. «Er, der schon alles gewonnen hat, kommt nun, um auf unserem Niveau zu spielen. Wir sind ihm sehr dankbar dafür.»

In der Winterpause hatte sich Robben sogar kurz mit einem Comeback bei den Bayern befasst. «Das war wirklich eine kurze Phase bei mir im Dezember und Januar, da fühlte ich mich so fit, und ich habe überlegt zurückzukommen», sagte er damals. Andererseits habe er die Zeit mit der Familie genossen und sich mit Skifahren abgelenkt.

DPA