Zum Hauptinhalt springen

Re-Start der JuniorenEndlich wieder Fussball

Auch bei den Kindern wird wieder gekickt: Im Gebiet des Mittelländischen Fussballverbands (MFV) fanden am Wochenende nicht weniger als 14 Juniorenturniere für Kinder bis 10 Jahre statt.

Nach monatelanger Pause kicken und jubeln auch die Jüngsten wieder.
Nach monatelanger Pause kicken und jubeln auch die Jüngsten wieder.
Foto: Stefan Wermuth
Auf dem Kunstrasen stellten die jungen Kicker ihre Ballkünste unter Beweis.
Auf dem Kunstrasen stellten die jungen Kicker ihre Ballkünste unter Beweis.
Foto: Stefan Wermuth
Juniorenfussball Turnier des FC Bern beim Neufeld.

Impressionen am 20.62020 in Bern.
Foto: Stefan Wermuth
Juniorenfussball Turnier des FC Bern beim Neufeld.

Impressionen am 20.62020 in Bern.
Foto: Stefan Wermuth
Stefan Wermuth
1 / 10

Sie sitzen im Halbkreis am Boden und horchen den letzten Anweisungen ihres Betreuers. Einige der F-Junioren des FC Länggasse wirken vor ihrem ersten Match aufgeregt und etwas zappelig, während andere gebannt den Ratschlägen ihres Trainers lauschen. Kurz darauf entlädt sich auf dem Fussballplatz die über Wochen angestaute Energie der Kinder wie ein Sommergewitter. Die Kinder haben Spass daran, endlich wieder im Verein zusammen mit den Teamkameraden spielen zu dürfen. Wie fleissige Bienen schwirren die Knirpse nun kreuz und quer über den Platz. Wie ein Rudel stürzen sich teilweise gleich mehrere kleine Kicker auf den Ball. Sie jubeln fast schon wie die Grossen, wenn sie einen Treffer erzielen, und sie gucken ebenso ungläubig und verzweifelt, wenn der Ball im Netz ihres Torhüters zappelt.

2400 Kinder im Einsatz

Endlich wieder Fussball: Nicht nur auf dem Gelände des FC Länggasse durften etliche Junioren von Vereinen wie dem FC Weissenstein, dem FC Bethlehem oder dem FC Wyler am Wochenende erstmals seit Beendigung des Lockdowns wieder dem Ball hinterher rennen. Nicht weniger als 14 Spielturniere der unteren Stufen bis zu den 10-Jährigen fanden an diesem Wochenende im gesamten Gebiet des Mittelländischen Fussballverbands (MFV) statt. Weitere 13 Turniere stehen eine Woche später auf dem Programm. «Insgesamt werden verteilt über die zwei Wochenenden fast 200 Juniorenmannschaften und ungefähr 2400 Kinder in unserem Verbandsgebiet im Einsatz stehen», sagt MFV-Präsident Marco Bianchi. «Da die Kinder wieder in die Schulen dürfen, war es uns ein Anliegen, dass sie auch schnell wieder mit ihren Fussballclubs Turniere bestreiten dürfen», erklärt Ramon Zanchetto, Verantwortlicher Kinderfussball (Kifu) beim MFV.

Auch vielen Eltern bereitet die Rückkehr auf den Fussballplatz sichtlich Freude. Gestikulierend fiebern sie am Spielfeldrand mit ihren Sprösslingen mit, lachen und freuen sich über gelungene Aktionen oder diskutieren mit anderen Eltern vor dem Clubrestaurant über die Herausforderungen der letzten paar Wochen. «Für viele Familien war die Zeit des Lockdown je nachdem sehr intensiv und auch anstrengend. Hier können sie sich entspannen und einfach nur die Spiele ihrer Kinder geniessen», sagt der Kifu-Verantwortliche Ramon Zanchetto, welcher selber Vater ist. «Für die Kinder ist es natürlich super, dass sie jetzt wieder Turniere spielen dürfen. Die Vorfreude bei meinem Sohn war gross und gut spürbar», erklärt Martin Hebeisen, der einst ein gefürchteter Goalgetter auf Berns Fussballplätzen war (unter anderem beim FC Münsingen und beim FC Breitenrain) und dessen Sohn aktuell in der Juniorenabteilung des FC Wyler spielt.

«Schutte dänk!»

Bereits vor mehreren Wochen, inmitten des Lockdown, dachte MFV-Präsident Marco Bianchi übrigens in weiser Voraussicht an eine Turnierserie für die kleinsten Junioren und gleiste sie zusammen mit dem Verantwortlichen Kinderfussball (Kifu), Ramon Zanchetto, und den einzelnen Vereinen in der Region auf. Dazu gehörte auch eine Zoom-Videokonferenz mit Vertretern von 40 regionalen Fussballclubs, bei der sich Vereine wie der FC Länggasse bereit erklärt hatten, ein Turnier zu organisieren. «Unser proaktiver Aufwand hat sich definitiv gelohnt. Es ist wirklich schön, all die Junioren endlich wieder Fussball spielen zu sehen», sagt der Kifu-Verantwortliche Zanchetto. Und was meinen die Kinder selber? Als MFV-Präsident Bianchi am Morgen einen Junior schelmisch fragt, was ihm denn mehr Spass bereite, die Zeit zu Hause während des Lockdown oder Fussball zu spielen, antwortet der Knirps fast schon etwas verständnislos: «Schutte dänk!»