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LeserreaktionenGeht es hier um Wahrheitsfindung?

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Das Agassizhorn ist benannt nach Louis Agassiz, einem Naturforscher und Rassisten.
Das Agassizhorn ist benannt nach Louis Agassiz, einem Naturforscher und Rassisten.
Foto: Keystone / Peter Eichenberger

Zu «Namensstreit ums Agassizhorn flammt neu auf»

Geht es hier um Wahrheitsfindung?

An der Aktion von Hans Fässler nervt ein bisschen, dass er als Politagitator auftritt, aber als Historiker gelten will. Ein Historiker hat andere Mittel zur Verfügung, kann sich mit Berufskollegen zusammentun und öffentlich diskutieren oder debattieren. Sonst kommen seine Aussagen eher als Behauptungen daher, die man teilen kann oder nicht. «Das Komitee ‹Démontez Louis Agassiz› will dafür sorgen, dass der Name des Rassentheoretikers endlich von den Landkarten verschwindet», steht im Artikel. Erwähnt wird nicht, aus wem das Komitee sonst noch besteht und ob dort noch weitere Historiker einsitzen. Hans Fässler handelt hier im Angesicht der aktuellen Rassismus-Demonstrationen und nicht zugunsten einer objektiven Einschätzung der Namensgeschichte des Berges. Letztlich ist es fraglich, ob der Druck der Strasse hier tatsächlich der historischen Wahrheitsfindung dienen soll.

David Zaugg, Biel

Zu «So will der Bundesrat der zweiten Welle begegnen»

Eine Gesellschaft von Bevormundeten

Die bundesrätliche Verordnung über die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln ist schlichte Bevormundung. Dass dies in übervollen Zügen Pflicht sein soll, könnte man noch verstehen. Aber in halbleeren Zügen – wie dies in der Mehrzahl der Fall ist – ist die Verordnung klar überrissen. Latente Angst schwächt das Immunsystem und macht auf Dauer krank. Unsere Krankenhäuser waren seit Beginn der Krise keineswegs überfordert und wir werden noch monatelang damit leben müssen, dass sich täglich einige Menschen anstecken. Deshalb sollten Verordnungen auch verhältnismässiger sein. Wollen wir denn eine ängstliche Gesellschaft von Bevormundeten werden?

Marc Kuhn, Biel

Zitat des Tages

«Wir werden noch monatelang damit leben müssen, dass sich täglich einige Menschen anstecken.»

Marc Kuhn, Biel

Zu «Wie unser Steuersystem Frauen benachteiligt»

Diskriminierende Aussagen

Mit dem Satz «Das bestehende Steuersystem setzt also für verheiratete Frauen den Anreiz, nicht oder nur in tiefen Pensen zu arbeiten» in ihrer letzten Studie, diskriminiert und beleidigt Avenir Suisse all jene, die einen Haushalt führen und insbesondere Kinder aufziehen. Aus der Sicht dieser selbsternannten Alleswisser arbeitet also jener Elternteil nicht, der diese Aufgabe wahrnimmt. Engstirniger geht es definitiv nicht.

Michael Geissbühler, Herrenschwanden

Zum Coronavirus

Mitverantwortung, nicht Eigenverantwortung

Vielleicht würde es zur Eindämmung der zweiten Corona-Welle beitragen, wenn die Verantwortlichen darauf hinwiesen, dass für die Verminderung der Übertragungen nicht die Eigenverantwortung (Egoismus), sondern das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Gefährdeten, sprich die Mitverantwortung entscheidend ist.

Walter Büchi, Eglisau

Zu «Weltcup: Gemeinde bittet das Gewerbe zur Kasse»

Einfach ein bisschen bescheidener werden

Die grossen Skianlässe sind in den letzten Jahren in die roten Zahlen gerutscht. Aufgrund des Geldmangels müssen Veranstalter immer öfters beim Gewerbe und beim Bund, den die Oberländer sonst nicht so gerne haben, um Geld betteln. Ich habe noch nie von einem dieser Skianlässe gelesen, dass Sparmassnahmen geplant wären. Einfach ein bisschen bescheidener werden und dem Wachstumswahn widerstehen, dann hätten sie genügend Geld.

Hans Trachsel, Burgdorf

Zu «So soll das neue Quartier aussehen»

Kopfschüttelnd lese ich über die Zubetonierung

Unzählige Parteien und Organisationen, die sich für Lebensbedingungen, den Klima-, Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz einsetzen, kritisieren städtischen Wachstumswahn und bekämpfen die Zubetonierung von Schweizerboden. Zudem will die Pro Natura mit Ihrer Doppelinitiative «Biodiversität und Landschaft» die Verbauung von Kulturland stoppen und der Verbauung unserer Landschaft klare Grenzen setzen. Kopfschüttelnd lese ich nun, dass ausgerechnet die rot-grüne Mehrheit der Berner Stadtregierung beabsichtigt, ihre 26 Fussballfelder grosse, landwirtschaftliche Nutzfläche «Vierer- und Mittelfeld», auf der bis anhin für Tausende von Menschen regionale Produkte erzeugt wurden, mit einem
gigantischen Bauprojekt zuzubetonieren. Wer erhofft sich von diesem Stadtwachstum denn Profite? Sollen die strengeren Gesetze gegen Überbauungen von Kulturland und Landschaft ausschliesslich für Land- und Bergebiete und für deren Bevölkerung gelten?

Toni Brunner, Münchringen