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Durch starken Regen ausgelöstErdrutsch in Myanmar: Opferzahl steigt auf 166

In einem Jade-Bergwerk ereignete sich am frühen Donnerstagmorgen ein Unglück. Die Zahl der eingeschlossenen Arbeiter ist noch unbekannt.

Rettungskräfte sind nach einem Erdrutsch in einem Jade-Bergwerk im Einsatz.
Rettungskräfte sind nach einem Erdrutsch in einem Jade-Bergwerk im Einsatz.
Foto: Feuerwehr Myanmar/Keystone

Bei einem Erdrutsch in einer Jade-Mine in Myanmar sind mindestens 166 Arbeiter gestorben. Weitere seien nach dem Unfall am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) unter dem Schlamm begraben worden, sagte der Parlamentsabgeordneter der Region Hpakant der Deutschen Presse-Agentur. Mindestens 70 Menschen hätten bislang verletzt aus dem Schlamm gerettet werden können.

Der Erdrutsch sei durch starken Regen ausgelöst worden, schrieb die Feuerwehr auf Facebook. In Myanmar ist gerade Monsun-Saison. Bevor das Unglück passierte, wühlten Arbeiter in einer Abraumhalde nach kostbaren Jadesteinen, die besonders im benachbarten China geschätzt werden.

Maung Khaing, ein 38-jähriger Bergarbeiter aus der Gegend und Zeuge des Unfalls, wollte ein Foto einer hoch aufragenden Abraumhalde machen, die einzustürzen drohte, als Menschen anfingen zu schreien. «Innerhalb einer Minute waren alle Menschen am Fusse (des Hügels) einfach verschwunden», berichtete er Reuters am Telefon. «Mein Herz fühlt sich leer an. Ich habe immer noch eine Gänsehaut. Im Schlamm steckten Menschen, die um Hilfe riefen, aber niemand konnte ihnen helfen.»

Immer wieder Unfälle in Jade-Minen

In der Region Hpakant, in der es zum dem Unfall kam, gibt es viele Jade-Minen, die wenig reguliert werden. Arbeiter schuften mancherorts unter lebensgefährlichen Bedingungen. Es kommt auch immer wieder zu Unfällen mit Toten. 2015 starben bei einem Vorfall 116 Menschen.

Myanmar ist einer der grössten Lieferanten der Schmucksteine. In der betroffenen Region werden 70 Prozent des weltweiten Premium-Jade abgebaut. Menschen aus dem ganzen Land kommen dorthin, um zu arbeiten.

Der Jade-Handel im südostasiatischen Land ist nach Schätzung der Anti-Korruptionsorganisation Global Witness rund 31 Milliarden Dollar (etwa 28 Milliarden Euro) wert – und macht knapp die Hälfte des Bruttoinlandprodukts des armen Landes aus. Von den Erträgen profitierten jedoch meist nur wenige. Viel Geld wird im Schwarzmarkt erzielt. Das Geschäft werde «von einer Schurkenriege früherer Generäle, von den USA mit Sanktionen belegten Drogenbaronen und Ganoven mit Waffen kontrolliert», heisst es in einem Report der Organisation von 2015.

SDA