2019-07-26 17:36

Russe erhöht Druck auf Meyer Burger

Thun

Der Milliardär Petr Kondrashev fordert eine ausserordentliche Generalversammlung.

Meyer Burger steht ein Machtkampf ins Haus.

Meyer Burger steht ein Machtkampf ins Haus.

(Bild: Janine Zürcher)

  • Julian Witschi

    Julian Witschi

Bei Meyer Burger geht es Schlag auf Schlag: Am letzten Montag gab die Firmenleitung nach enttäuschenden Halbjahreszahlen bekannt, sie werde alle strategischen Optionen prüfen, insbesondere ein Zusammengehen mit industriellen Partnern. Am Mittwoch teilte die Beteiligungsgesellschaft Sentis des russischen Investors Petr Kondrashev mit, sie wolle bei der nächsten Generalversammlung zwei Vertreter, Anton Karl und Mark Kerekes, in den Verwaltungsrat wählen lassen. Am Donnerstag ergänzte Sentis, sie habe den Anteil an Meyer Burger erhöht und mit der Fondsgesellschaft Teutonia Opportunity sowie weiteren privaten Teilhabern eine Aktionärsgruppe gebildet, die zusammen über 10 Prozent der Stimmrechte verfüge.

Ab einer Beteiligung von 10 Prozent können Aktionäre laut den Statuten des Unternehmens eine ausserordentliche Generalversammlung verlangen, was die neue Gruppe laut Medienmitteilung auch tun will. Sie fordert die Einberufung, noch bevor ein allfälliger Strategiewechsel beschlossen werde.

1-Franken-Jobs

Die vorgeschlagenen neuen Verwaltungsräte Karl und Kerekes sind Co-Geschäftsführer von Sentis. Sie wollen den heute vierköpfigen Verwaltungsrat «konstruktiv in seinem Bestreben unterstützen, Meyer Burger auf den Erfolgspfad zu bringen». Dies im Interesse der Gesellschaft und der Aktionäre und im Vertrauen auf die Technologie- und Kostenführerschaft von Meyer Burger.

Karl und Kerekes verfügten aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit als Verwaltungsrat, Fondsmanager und Investmentbanker über Kenntnisse in den Bereichen Kapitalmarkt, Finanzanalyse und Rechtswissenschaften, heisst es. Sie würden ihre Funktion für einen symbolischen Franken ausüben, bis Meyer Burger nachhaltig 100 Millionen Franken operativen Gewinn (Ebitda) pro Jahr erwirtschafte.

Ein solches 1-Franken-Angebot hatte im Frühling auch Urs Fähndrich gemacht. Erfolglos, nur gut ein Viertel der Aktienstimmen entfielen an der GV auf ihn. Er steht nun hinter der Fondsgesellschaft Teutonia Opportunity und kontrolliert knapp 2 Prozent an Meyer Burger, wie er auf Anfrage bestätigt. Kondrashev hatte im Rahmen der Kapitalerhöhung von Meyer Burger Ende 2016 einen Aktienanteil von 6,2 Prozent aufgebaut. Jetzt seien es 8,2 Prozent.