2019-11-08 20:33

Der Preisüberwacher war zu Gast am Gymnasium Thun

Thun

Preisüberwacher Stefan Meierhans stattete Schülern des Gymnasiums Thun einen Besuch ab. Er referierte über seine Arbeit, diskutierte über die Preispolitik und beantwortete Fragen des Publikums.

Stefan Meierhans sprach während zwei Stunden über die Preispolitik in der Schweiz.

Stefan Meierhans sprach während zwei Stunden über die Preispolitik in der Schweiz.

(Bild: Gabriela Sterchi)

  • Gabriela Sterchi

Mit einem Pointer in der Hand, stets auf und ab laufend, sprach Stefan Meierhans am Donnerstag über die Preispolitik im In- und Ausland. Die Aula des Berufsbildungszentrums IDM war gefüllt mit an Wirtschaft und Recht Interessierten Gymnasiasten, die dem Referierenden aufmerksam zuhörten.

Mit vielen Zahlen und Fakten veranschaulichte Meierhans seine tägliche Arbeit in Sachen Preispolitik. Als Überwacher von Preisen schaut Meierhans dazu, dass die Preispolitik transparent ist.

«Ich bekomme jeden Tag ungefähr ein halbes Dutzend Beschwerden über zu hohe Preise», sagte der Preisüberwacher. Es liege dann an ihm nachzuforschen, ob diese Preise marktgerecht seien.

Auf einen halbstündigen Vortrag über seinen Beruf folgte eine Diskussion zwischen Stefan Meierhans und Michael Kiener, der am Gymnasium Wirtschaft und Recht unterrichtet. Kiener stellte dem Preisüberwacher Fragen zu seinen Tätigkeiten und Erfahrungen.

Während des Gesprächs beantwortete Meierhans auch die begehrte Frage der Schüler, wie man dazu kommt, Preisüberwacher zu werden. Eine Ausbildung dazu gäbe es nicht: «Preisüberwacher wird man, indem man vom Bundesrat in dieses Amt gewählt wird», sagte Meierhans.

Höhere Preise angemessen?

In einer dritten und letzten Phase wurden die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten eingeladen, ihre Fragen zu stellen. Ein Schüler bezog sich auf das Preisverhältnis der Schweiz mit dem Ausland: Er wollte wissen, ob es nicht angemessen sei, dass wir in der Schweiz höhere Preise zahlen, wenn wir hier auch mehr verdienen. «Dieses Argument höre ich oft», sagte Meierhans. Einverstanden ist er mit dieser Haltung jedoch nicht und setzte erstmals bei den Steuern an.

Der Preisüberwacher sagte, dass wir in der Schweiz sehr tiefe Steuern hätten, weil wir auf viele Dinge verzichten. So zum Beispiel betrage der Mutterschaftsurlaub in der Schweiz vierzehn Wochen, in nordischen Ländern daure dieser teilweise bis zu einem Jahr. «Das muss alles erst mal bezahlt werden», sagte er.

Einen zweiten Schwerpunkt legte Meierhans auf die Arbeitsstunden: «Wir arbeiten im Durchschnitt siebeneinhalb Stunden mehr pro Woche als in Frankreich», lautete seine Aussage. Somit sollten wir mehr Ferien zugut haben, was aber nicht der Fall sei.

Meierhans versteht diesen Denkansatz nicht: «Also diejenigen, die gut wirtschaften, sollen mit höheren Preisen indirekt dafür bestraft werden?» Der Preisüberwacher befürchtet, dass die Leute durch stetig steigende Preise den Anreiz verlieren könnten, so viel zu arbeiten.