2019-04-17 08:30

Easyvote? Easyvote!

Oberland

In unserer Serie «Angetroffen» stellen wir heute Olivia Matti vor. Die Saaner Studentin gehört zu jenen Jugendlichen, die für den Klimaschutz demonstrieren.

Olivia wünscht,dass alle Politikerinnen und Politiker stets das Beste für die ganze Menschheit im Hinterkopf haben statt ihr Parteiprogramm.

Olivia wünscht,dass alle Politikerinnen und Politiker stets das Beste für die ganze Menschheit im Hinterkopf haben statt ihr Parteiprogramm.

(Bild: PD)

  • Franziska Streun

Die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg spricht Tachles mit der EU. Felix Finkbeiner aus Bayern pflanzt seit 12 Bäume und promoviert mit 21 in Zürich als Umweltwissenschafter. Tausende von Schülerinnen und Jugendlichen demonstrieren auf den Strassen für den Klimaschutz – auch in der Schweiz. Dieser ist allerdings nur eines von vielen Themen, für die sich Junge immer mehr starkmachen.

Wenn die Politikerinnen und Politiker nicht bald parteiübergreifend in der Sache tun, was nötig ist, und auf die Stimme der Jungen hören wollen, werden sie ihnen mit ihrer eigenen Politik schneller um die Ohren fliegen, als ihnen lieb ist. Die Jungen wappnen sich für die Zukunft – mit Informationen über Abstimmungen, Interviews zu Hintergründen und eigenen Onlinevideos, so etwa auf dem Easyvote-Politikmonitor samt App, Broschüren und Schulprojekten.

Eine von diesen Aktiven ist Olivia Matti. Der Saanerin, die neu in Zollikofen wohnt, engagiert sich seit 16: bei Young Caritas, in Jugendparlamenten und bei Easyvote. Die Studentin möchte das Sozialsystem stärken und in der Gesellschaft eine Umverteilung und ein Umdenken erleben: «Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer grösser.» Um den Klimaschutz zu verbessern, brauche es einen attraktiveren ÖV, müsse die regionale Landwirtschaft unterstützt und die nachhaltige Energieversorgung gefördert werden.

Olivia Matti studiert seit ihrer Matur am Gymnasium Interlaken in Freiburg Rechtswissenschaften. Im Sommer schliesst die 21-Jährige den Bachelor ab. «Ich wünschte, dass alle Politikerinnen und Politiker stets das Beste für die ganze Menschheit im Hinterkopf haben statt ihr Parteiprogramm.»

Die Saanerin will politisch aktiv bleiben, mit Andersdenkenden diskutieren und mithelfen, das Ziel von Easyvote zu verwirklichen: die Wahl- und Stimmbeteiligung der 18- bis 25-Jährigen langfristig auf 40 Prozent zu erhöhen. Erst wer versteht, dass es in der Politik um alle geht, wird aktiv. «Deshalb», sagt Olivia Matti, «informiert euch auf der Website von Easyvote.»

Es gebe noch viel zu tun; für das Klima, die AHV und gegen den Waffenexport. «Ein grosses Ziel ist erreicht, wenn alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sonstigen Unterschieden gerecht behandelt werden.»

Berner Oberländer