ABO+2019-07-19 08:46

Schwule therapieren – bis zum Trauma

Deutschland will Therapien gegen Homosexualität verbieten. Auch in der Schweiz begeben sich Männer in die Hände von Schwulen-Heilern. 

Gelten in gewissen Freikirchen als Sünder: Homosexuelle demonstrieren an der Pride in der Zürcher Innenstadt für Gleichberechtigung und Akzeptanz. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Gelten in gewissen Freikirchen als Sünder: Homosexuelle demonstrieren an der Pride in der Zürcher Innenstadt für Gleichberechtigung und Akzeptanz. Foto: Walter Bieri (Keystone)

  • Nina Jecker

    Nina Jecker

Sie heissen Konversionstherapien, Reorientierungstherapien oder tauchen ganz unverdächtig als «Seminare zur sexuellen Selbstbestimmtheit» auf. Da­hinter steckt meist dasselbe: die Haltung, dass man sich seine ­sexuelle Orientierung selbst aussuchen könne, Homosexualität also frei gewählt und daher heilbar sei. Die meisten solcher ­Therapien finden in einem freikirchlichen Umfeld statt; dort, wo Schwule und Lesben als ­Sünder angesehen werden, die zu ihrem eigenen Besten wieder auf den richtigen Pfad gebracht werden müssen. Diese Bekehrungsversuche stossen jedoch international auf Widerstand. Kritiker lehnen sie nicht nur als unwirksam, sondern als gefährlich für die Gesundheit der Betroffenen ab.