2017-08-05 12:07

Nicolas Hunziker will den Beweis erbringen

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Der Weg von Nicolas Hunziker verlief im Nachwuchs des FC Basel einmal steil nach oben. Dann kam der Rückschlag. Beim FC Thun will der Stürmer jetzt definitiv durchstarten.

Stürmer Nicolas Hunziker trifft mit dem FC Thun auf seinen ehemaligen Verein.

Im April 2016 hat Nicolas Fischer unter Urs Fischer in der Super League debütiert. 3-mal kam er beim FC Basel im Fanionteam zu Kurzeinsätzen in der Liga. 14-mal wurde er in der vergangenen Saison während der Ausleihe bei den Grasshoppers eingesetzt, vornehmlich in der Vorrunde.

Ein Tor ist ihm dabei gelungen. Nach der Rückkehr zum FCB löste er in diesem Sommer nach einem ­Gespräch mit Sportchef Marco Streller den Vertrag auf und unterschrieb für drei Jahre beim FC Thun. «Der FC Basel hätte wohl schon noch irgendwo ein Plätzchen für mich gefunden, aber das hätte mich nicht befriedigt.

Beim FC Thun kann ich mich besser entwickeln, hier fühle ich mich wohl», sagt Hunziker, der nun bei total 19 Teileinsätzen in der Super League steht. 90 Minuten durfte er bisher noch nie durchspielen. Der 21-jährige Mittelstürmer ist ein Knipser – eigentlich. In Basels U-16 hat er einst in einer Saison 40 Tore geschossen. Der heutige Schweizer U-21-Nationalcoach Heinz Moser hat einmal über den jungen Goalgetter gesagt: «Er kann Spiele entscheiden.»

Die Hüftoperation

«Das habe ich auch getan», sagt Hunziker selbstbewusst. «Ich weiss, dass ich Tore schiessen kann.» Als er 2011 für die Schweizer U-16-Auswahl gegen Italien einmal einen Hattrick erzielte, lobten ihn die Scouts in den höchsten Tönen, die englische Boulevardzeitung «Daily Mirror» bezeichnete ihn sogar als «Swiss Superkid».

Hunziker hat damals kaum Notiz davon genommen, gesteht aber: «Es lief mir wirklich sehr gut, doch dann kam diese Verletzung.» Es dauerte vier Monate, bis die Ärzte den Grund für die Schmerzen fanden: Hüftimpingement. Die Gelenkblockade, verursacht durch die knöcherne Form des Hüftgelenks, musste operativ behoben werden.

«Vor vier Jahren war ich froh, dass ich überhaupt noch Fussball spielen konnte.»Nicolas Hunziker

Als er endlich wieder spielen durfte, riss im August 2013 beim Comeback gleich das Syndesmoseband. Es blieb in der Saison 2013/2014 bei diesem einen Spiel. Auch wegen dieser langen Verletzungspause ist Hunziker heute wohl noch keine Tormaschine in der Super League. «Meine Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Vor vier Jahren war ich froh, dass ich überhaupt noch Fussball spielen konnte», erzählt er.

Rückblickend sagt der Solothurner, der schon als Elfjähriger mehrmals pro Woche meist alleine mit dem ÖV von Büsserach nach Basel ins Training pendelte, habe er durch die Verletzung viel gelernt.

«Aber ich verlor in dieser langen Pause auch etwas die Explosivität.» Obwohl er gezielt daran arbeitet, sieht Hunziker in diesem Bereich weiterhin Steigerungspotenzial. Thuns Trainer Marc Schneider ist vom Stürmer überzeugt, setzt ihn aber nicht unter Druck: «Er hat im vergangenen halben Jahr kaum gespielt.

Er benötigt noch etwas Zeit.» Das weiss auch Hunziker. «Ich darf nicht zu viel von mir erwarten, sonst verkrampfe ich mich. Doch ich will jetzt beweisen, dass ich auch in der Super League Tore erzielen und Spiele entscheiden kann.»

Keine Rachegelüste

Hunziker wird heute gegen Basel erneut in der Thuner Startelf stehen. Dass der FCB beim Neuanfang unter Raphael Wicky ohne ihn plante, hat er akzeptiert. «Ich muss mich nicht rächen oder dem FCB etwas heimzahlen. Ich freue mich einfach sehr auf diese Partie und bin sicher doppelt motiviert.»

Aber nicht nur Hunziker muss gegen den Meister zulegen, gefordert ist das gesamte Team. Nach zwei ansprechenden Auftritten gegen Sion (0:1) und Zürich (1:2) , stehen die Thuner immer noch ohne Punkte da. «Wenn jeder Einzelne noch zulegen kann und wir als Team noch eingespielter sind, kommt es gut», ist Hunziker zuversichtlich.

Thuner Tagblatt