2018-12-06 15:46

Bauvorsteher ist abgewählt

Buchholterberg

Hansruedi Siegrist, Gemeinderat von Buchholterberg, wurde von der Gemeindeversammlung abgewählt. Neu ziehen die parteilosen Anita Schweizer und Hans Gfeller in den Rat ein.

Neu im Gemeinderat: Anita Schweizer und Hans Gfeller. <br><i>Bilder: Stefan Kammermann</i>

Neu im Gemeinderat: Anita Schweizer und Hans Gfeller.
Bilder: Stefan Kammermann

  • Stefan Kammermann

Auf dem Papier versprach das Traktandum Wahlen an der Gemeindeversammlung in Buchholterberg keine Brisanz. Für den nach sieben Jahren zurücktretenden Gemeinderat Paul Aeschlimann stellte sich im Vorfeld einzig die Präsidentin der Bildungskommission und Pflegefachfrau Anita Schweizer als Kandidatin zur Verfügung. Doch es kam kurzfristig anders.

An der Versammlung wurde mit Hans Gfeller, Technischer Leiter, für den einzigen freien Sitz im Gemeinderat ein weiterer Kandidat ins Rennen geschickt. Gleichzeitig stellten sich die bisherigen Gemeinderäte Patrick Lüthi, Niklaus Saurer und Hansruedi Siegrist für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung. Bevor die 97 Anwesenden (8,25 Prozent der Stimmberechtigten) zur geheimen Wahl schritten, votierten gleich mehrere Rednerinnen und Redner für junge und neue Kräfte im Gemeinderat. Und so kam es denn auch. Mit 27 Stimmen verpasste der bisherige Bauvorsteher und Landwirt Hansruedi Siegrist die Wiederwahl deutlich.

Das beste Resultat erzielte Gemeinderat Patrick Lüthi (bisher) mit 89 Stimmen. Gewählt wurden weiter Anita Schweizer (neu) mit 88 Stimmen, Niklaus Saurer (bisher) mit 85 Stimmen und Hans Gfeller (neu) mit 68 Stimmen. «Das ist eine grosse Überraschung», meinte Gemeindepräsidentin Sandra Nussbaum, nachdem sie das Wahlresultat bekannt gegeben hatte.

«Gerne weitergemacht»

Hansruedi Siegrist, der seit 2014 im Gemeinderat sass und dem Rat bereits zuvor während sechs Jahren bis 2010 angehörte und im Jahr 2017 als OK-Präsident des Emmentalischen Schwingfestes in Heimenschwand wirkte, legt sein Amt mit dem Jahreswechsel nieder. «Ich hätte gerne weitergemacht, zumal im Bauwesen grosse Projekte wie etwa die Ortsplanung anstehen. Ich akzeptiere den demokratischen Entschied», sagte der Landwirt gegenüber dieser Zeitung.

Budget mit tiefroten Zahlen

Mit roten Zahlen rechnet der Voranschlag für das kommende Jahr. Im Gesamthaushalt ist ein Defizit von 555'400 Franken vorgesehen. Dies bei unveränderter Steueranlage von 1,80 Einheiten und einem Aufwand von 6,431 Millionen Franken. «Wir haben uns intensiv mit dem Budget befasst und haben auch festgestellt, dass wir jetzt in den Strassenunterhalt investieren müssen», erläuterte Gemeindepräsidentin Sandra Nussbaum. Zudem wird zum Beispiel in der Bildung mit einem Mehraufwand gerechnet.

Das Minus kann mit dem Eigenkapital gedeckt werden. Gemäss Finanzplan will die Gemeinde in den nächsten fünf Jahren insgesamt 2,264 Millionen Franken investieren. Der Souverän hiess das Budget einstimmig gut. Ebenso bewilligte die Versammlung einen Kredit von knapp 908'000 Franken für verschiedene Strassensanierungen bis ins Jahr 2021.

Thuner Tagblatt