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Keine «UMA» mehrWieder Asylsuchende in der Unterkunft Bäregg

In der Kollektivunterkunft Bäregg in Langnau werden bald wieder Flüchtlinge untergebracht. Einziehen sollen jetzt aber erwachsene Einzelpersonen und Familien.

Im Zentrum Bäregg waren in den letzten Jahren unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) untergebracht (Archivbild).
Im Zentrum Bäregg waren in den letzten Jahren unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) untergebracht (Archivbild).
Foto: Hans Wüthrich

Der Kanton Bern öffnet die Kollektivunterkunft Bäregg in der Gemeinde Langnau wieder für Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge. Anders als in den Jahren zuvor werden in der Bäregg aber nicht mehr unbegleitete, minderjährige Asylsuchende einquartiert, wie es von 2010 bis 2019 der Fall war.

Zwischenzeitlich wurde die Unterkunft dafür nicht mehr benötigt. Ab Mitte Juli nun sollen in der Bäregg Einzelpersonen und Familien einziehen. Es werden aber grundsätzlich keine abgewiesenen Personen platziert, wie die bernische Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion und die Gemeinde Langnau am Montag mitteilten.

Reger Informationsaustausch

Das Zentrum wird von der ORS Service AG geleitet. Laut der Mitteilung steht die Gemeinde Langnau der Wiederöffnung der Bäregg als Asyl- und Flüchtlingsunterkunft positiv gegenüber. Das bestätigt Gemeindepräsident Walter Sutter (SVP) auf Anfrage. Denn mit der Betreiberin sei abgemacht, dass ein reger Informationsaustausch mit der Bevölkerung stattfinden werde. Auch ist gemäss der Mitteilung ein regelmässiger «runder Tisch» geplant. ORS stelle zudem eine Ansprechperson für dringende Anliegen.

In der Vergangenheit war in Bärau vor allem die Schule vom Betrieb auf der Bäregg stark betroffen. Die Zahl der Jugendlichen, die in die Klassen integriert werden mussten, konnten innert kürzester Zeit stark wechseln. Jetzt sei vorgesehen, dass im Zentrum Familien und Einzelpersonen untergebracht würden, die ziemlich sicher in der Schweiz bleiben könnten. Die Schule sollte also vor überraschenden Schwankungen verschont bleiben.

Integrationszentrum

Anfang Juli tritt im Kanton Bern eine Neustrukturierung des Asyl- und Flüchtlingswesens in Kraft. Vereinfacht gesagt, geht es darum, dass Personen, die in der Schweiz bleiben können, rascher integriert werden. Wer nicht bleiben kann, soll möglichst schnell wieder ausgeschafft werden. Diese Personen werden gar nicht erst integriert und stattdessen in Ausschaffungszentren untergebracht.

Personen mit Bleiberecht sollen hingegen bereits nach kurzer Aufenthaltsdauer eine Tagesstruktur haben, beispielsweise durch gemeinnützige Beschäftigungsprogramme und das Erlernen einer Landessprache. Diese Personen bekommen auch einen Jobcoach zur Seite gestellt, der bei der Stellensuche behilflich ist. Das Zentrum Bäregg wird ein solches Integrationszentrum.

SDA/flo