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Bei Meyer Burger sieht es noch düsterer aus

Die Erlöse und die Aufträge des Thuner Solarunternehmens Meyer Burger haben 2019 markant abgenommen.

Julian Witschi
Meyer Burger präsentierte schlechte Zahlen.
Meyer Burger präsentierte schlechte Zahlen.
Janine Zürcher

Meyer Burger schrumpft seit Jahren, und 2019 ist diese Talfahrt weitergegangen. Wie das Unternehmen am Donnerstag überraschend mitteilte, brach der Umsatz auf 262 Millionen Franken ein. Das sind 35 Prozent weniger als im Vorjahr.

Würden Spartenverkäufe und Währungseffekte ausgeklammert, so habe der Umsatzrückgang in den fortgeführten Geschäftsbereichen rund 27 Prozent betragen, teilte der Solarindustrieausrüster mit.

Damit liege der Umsatz weitgehend im Rahmen der Erwartungen der Analysten, heisst es. An der Schweizer Börse zeigten sich die Anleger dennoch enttäuscht. Der Aktienkurs von Meyer Burger gab um bis zu 7 Prozent nach.Zum Handelsschluss betrug der Abschlag 5,4 Prozent auf 37 Rappen.

«Der Verwaltungsrat prüft weiterhin alle Optionen für Meyer Burger.»

Die Aussichten haben sich ebenfalls eingetrübt. Der Auftragseingang fiel im Jahresvergleich von 326,8 auf 188 Millionen Franken. Bereinigt beträgt das Minus laut den Angaben 32 Prozent. Der Auftragsbestand betrug per Ende 2019 noch 105 Millionen Franken, nach 200 Millionen Franken ein Jahr zuvor.

In der Schwebe

Der im Juli angekündigte Grossauftrag über rund 100 Millionen Franken eines amerikanischen Jungunternehmens ist noch immer nicht unter Dach und Fach. Weiter am Laufen sind auch die Verhandlungen über eine Partnerschaft mit dem norwegischen Solarmodulhersteller REC. Es gehe in Richtung einer engen strategischen Kooperation mit dem Unternehmen, das vom chinesischen Konzern Chemchina kontrolliert wird.

Angaben zum Nettoergebnis macht Meyer Burger nicht. Die vollständige Jahresrechnung 2019 wird erst am 12. März veröffentlicht. Aufmerksam verfolgt wird bei dem angeschlagenen Unternehmen die Entwicklung der Liquidität. Per Ende 2019 betrugen die flüssigen Mittel 62 Millionen Franken.Sie blieben damit gegenüber Mitte Jahr stabil. Allerdings sind davon 26 Millionen Franken nur eingeschränkt verfügbar.

Gespräch mit Grossaktionär

Wie schon Anfang 2019 angekündigt, prüft der Verwaltungsrat alle strategischen, kommerziellen und kapitalmarktbezogenen Optionen für die Firma. Das heisst, ein Verkauf des Unternehmens respektive seiner Technologien ist nicht ausgeschlossen. Der russische Grossaktionär Petr Kondrashev will allerdings mitbestimmen. Nach längerem Machtkampf reden beide Seiten nun offenbar miteinander. Und als Finanzberaterin engagierte Meyer Burger die Grossbank Credit Suisse.

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